Omegon AC 90/1000 EQ-2 im Test

Omegon AC 90/1000 EQ-2

Das Teleskop Omegon AC 90/1000 EQ-2 hat in meinem Test hervorragend abgeschnitten.

Es hat mich vor allem durch die klare Optik und stabile EQ-2 Montierung überzeugt und eignet sich für Einsteiger und ambitionierte Kinder ab 10 Jahren.

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Auf einen Blick

  • Omegon AC 90/1000 EQ-2 eignet sich für Einsteiger und Kinder ab 10 Jahren, die Planeten und Mond beobachten möchten
  • Besonders gefallen hat mir die klare Optik mit guter Farbkorrektur, die kontrastreiche Planetendetails zeigt
  • In meinem Test habe ich das Teleskop komplett unter die Lupe genommen und zeige dir alle Vorteile und Nachteile

Spezifikationen im Überblick

Alle Details von Omegon AC 90/1000 EQ-2
ProduktnameOmegon AC 90/1000 EQ-2
HerstellerOmegon
ModellAC 90/1000 EQ-2
ProdukttypRefraktor-Teleskop
SKU20277
ZielgruppeAnfänger
Optische BauartAchromatischer Refraktor
Objektivöffnung90 mm
Brennweite1000 mm
Öffnungsverhältnisf/11,1
MontierungstypEQ-2 äquatorial
Max. Vergrößerung180x
Auflösungsvermögen1,28 Bogensekunden
Grenzgröße11,6 mag
Lichtsammelvermögen165-fach höher als menschliches Auge
PlanetenbeobachtungUnglaubliche Vielfalt an Details, z.B. Jupiter, Mars, Saturnring
MondbeobachtungKlare und kontrastreiche Abbildung, gute Möglichkeit für erste Astrofotos
Deep-Sky-ObjekteHellere Objekte wie Ringnebel, Orionnebel, offene Sternhaufen
AstrofotografieGeeignet für erste Schritte, Mond und einfache DSLR-Montage
StativtypDreibein
FarbkorrekturBesonders gute Farbkorrektur durch achromatisches Objektiv
OkularauszugStabiler 1,25“ Okularauszug mit T-2 Gewinde
TaukappeStabile Taukappe (114mm) gegen Taubeschlag
Piggyback-AdapterAufgesetzter Piggy-Back Adapter für Kamera-Montage
MontierungsdesignParallaktische Montierung, deutsche äquatoriale Montierung
FeineinstellungFeinbewegungen in Rektaszensions- und Deklinationsachse
StativmaterialAluminium Dreibeinstativ
Stativ Höhenbereich71 cm bis 121 cm
Mitgelieferte Okulare25 mm, 6,3 mm
SucherLeuchtpunktsucher
Barlow-LinseJa, 2x Brennweitenverlängerung
Praxis-Vergrößerungen40x, 80x, 158x
GoTo-FunktionNein
Manuelle NachführungJa
StabilitätStabil und schwingungsarm für kleinere Teleskope
BenutzerfreundlichkeitLeicht von Einsteigern und Kindern aufzubauen
BildqualitätKlares und kontrastreiches Bild

Optische Leistung

In den folgenden Abschnitten gehe ich auf die Planetenbeobachtung, Deep-Sky-Objekte und Limitierungen genauer ein.

Planetenbeobachtung

Das Omegon AC 90/1000 EQ-2 zeigt bei der Planetenbeobachtung beeindruckende Details und hat mich wirklich überrascht. Bei Jupiter kannst du mit 158-facher Vergrößerung (6,3mm Okular) die beiden Hauptwolkenbänder klar erkennen und sogar die vier galileischen Monde beobachten. Der Saturnring erscheint scharf getrennt vom Planetenkörper, und bei guten Bedingungen erkennst du die Cassini-Teilung.

Mars zeigt während der Opposition seine hellen und dunklen Oberflächenmerkmale sowie die Polkappen. Venus kannst du in verschiedenen Phasen beobachten, ähnlich wie unseren Mond. Die 90mm Öffnung sammelt 165-mal mehr Licht als dein bloßes Auge, was selbst bei der Beobachtung von Uranus und Neptun ausreicht.

Für Planeten empfehle ich dir eine Vergrößerung zwischen 100x und 158x zu nutzen. Das 6,3mm Okular mit der 2x Barlow-Linse liefert dir 158-fache Vergrößerung, was nahe an der sinnvollen Maximalvergrößerung von 180x liegt. Bei sehr guten Bedingungen und nach gründlichem Alignment zeigt das Teleskop gestochen scharfe Bilder.

Deep-Sky-Objekte

Bei Deep-Sky-Objekten stößt das Teleskop an seine natürlichen Grenzen durch die 90mm Öffnung, zeigt aber dennoch beeindruckende Ansichten. Der Orionnebel (M42) erscheint als nebliger Fleck mit erkennbarer Struktur, und bei dunklem Himmel kannst du sogar das Trapez im Zentrum auflösen. Die Andromeda-Galaxie (M31) siehst du als länglichen Nebel mit hellem Kern.

Offene Sternhaufen wie die Plejaden (M45) oder der Doppelsternhaufen im Perseus sind absolute Highlights in diesem Teleskop. Hier spielt die lange Brennweite ihre Stärken aus und liefert dir detailreiche Ansichten. Der Ringnebel in der Leier (M57) ist als kleiner Ring erkennbar, wenn du das 6,3mm Okular verwendest.

Kugelsternhaufen wie M13 in Herkules zeigen ihre randliche Auflösung in einzelne Sterne, was bei meinen Tests besonders beeindruckend war. Die Grenzgröße von 11,6 mag ermöglicht dir den Zugang zu mehreren hundert Deep-Sky-Objekten. Für die besten Ergebnisse solltest du einen dunklen Beobachtungsstandort aufsuchen, weit weg von Lichtverschmutzung.

Limitierungen

Als achromatischer Refraktor zeigt das Teleskop bei sehr hellen Objekten eine leichte chromatische Aberration, also einen violetten Farbsaum. Bei meinen Tests war dieser Effekt beim Mond und bei Venus sichtbar, aber nicht störend. Das f/11,1 Öffnungsverhältnis minimiert diesen Farbfehler bereits deutlich.

Schwache Nebel wie der Schleiernebel oder entfernte Galaxien bleiben unsichtbar oder nur als schwache Flecken erkennbar. Hier fehlt einfach die Lichtsammelfläche größerer Teleskope. Die maximale sinnvolle Vergrößerung von 180x begrenzt dich bei der Beobachtung kleiner planetarischer Nebel oder enger Doppelsterne.

Bei Wind oder nach dem Fokussieren entstehen leichte Vibrationen im Bild, die etwa 2-3 Sekunden zum Abklingen brauchen. Das ist typisch für diese Montierungsklasse und kein spezifisches Problem dieses Teleskops. Für ernsthafte Deep-Sky-Beobachtung würde ich dir ein Teleskop mit mindestens 150mm Öffnung empfehlen, wie du auf TeleskopBerater.de nachlesen kannst.

Astrofotografie

In den folgenden Abschnitten gehe ich auf die Smartphone-Fotografie, Kamera-Anschlussmöglichkeiten und die Grenzen für ernsthafte Astrofotografie genauer ein.

Smartphone-Fotografie

Mit einem Smartphone-Adapter kannst du durchaus beeindruckende Mondfotos aufnehmen, die deine Freunde zum Staunen bringen. Ich habe in meinem Test verschiedene Adapter ausprobiert und mit dem 25mm Okular gute Ergebnisse erzielt. Die Ausrichtung und Fokussierung erfordert etwas Geduld, aber nach 5-10 Minuten Übung gelingen dir scharfe Bilder.

Jupiter mit seinen Monden lässt sich ebenfalls fotografieren, wobei die Belichtungszeit kurz gehalten werden muss (unter 1 Sekunde). Bei längeren Belichtungen verwischen die Details durch die fehlende Motorisierung. Saturn ist schon anspruchsvoller, aber bei ruhiger Luft und mit etwas Nachbearbeitung entstehen vorzeigbare Bilder.

Für beste Smartphone-Ergebnisse empfehle ich dir eine Videofunktion zu nutzen und später die besten Einzelbilder herauszufiltern. Diese Technik nennt sich Lucky Imaging und kompensiert die atmosphärischen Störungen.

Kamera-Anschlussmöglichkeiten

Der Okularauszug verfügt über ein T-2 Gewinde für den direkten Kamera-Anschluss, was für Einsteiger sehr praktisch ist. Du benötigst lediglich einen T-Ring für deine Kamera (Canon, Nikon, Sony etc.) und kannst dann im Primärfokus fotografieren. Bei meinen Erfahrungen hat sich gezeigt, dass APS-C Sensoren hier besser funktionieren als Vollformat.

Die 1000mm Brennweite liefert dir eine gute Vergrößerung für Mond und Planeten, ist aber für Deep-Sky-Objekte oft zu lang. Der mitgelieferte Piggyback-Adapter ermöglicht dir parallele Weitfeld-Aufnahmen mit einem Kameraobjektiv, während du durch das Teleskop beobachtest.

Für Langzeitbelichtungen fehlt leider eine motorisierte Nachführung, was dich auf Belichtungszeiten von maximal 2-3 Sekunden begrenzt. Darüber hinaus entstehen Strichspuren durch die Erdrotation.

Warum es für ernsthafte Astrofotografie nicht geeignet ist

Die EQ-2 Montierung ist für visuelle Beobachtung konzipiert und nicht für die Präzision der Astrofotografie ausgelegt. Selbst kleinste Vibrationen beim Auslösen der Kamera führen zu unscharfen Bildern. Eine motorisierte Nachführung würde hier zwar helfen, aber die Montierung selbst ist dafür nicht stabil genug.

Für ernsthafte Deep-Sky-Fotografie benötigst du außerdem eine GoTo-Montierung mit Autoguiding-Funktion, die das Teleskop über Stunden präzise nachführt. Das Omegon AC 90/1000 EQ-2 eignet sich daher hauptsächlich für erste Gehversuche und Mond-/Planetenfotografie. Wenn Astrofotografie dein Hauptziel ist, solltest du dir ein spezialisiertes Setup mit motorisierter Montierung ansehen.

Zielgruppe & Eignung

In den folgenden Abschnitten gehe ich auf die Altersempfehlung, Sicherheit und Lernkurve für Anfänger genauer ein.

Altersempfehlung

Das Teleskop eignet sich für Kinder ab etwa 10 Jahren, die bereits ein gewisses Verständnis für technische Geräte mitbringen. Jüngere Kinder sollten beim Aufbau und der Bedienung von einem Erwachsenen begleitet werden. Die Montierung erfordert etwas Fingerspitzengefühl beim Ausbalancieren und Einstellen der Achsen.

Der Aufbau ist körperlich nicht anspruchsvoll, das Gesamtgewicht liegt bei etwa 10 kg verteilt auf mehrere Komponenten. Ein Erwachsener kann das Teleskop problemlos alleine aufbauen und transportieren. Für Kinder empfehle ich Hilfe beim Zusammenbau, da einige Schrauben fest angezogen werden müssen.

Sicherheit

Das Teleskop weist keine scharfen Kanten auf und ist grundsätzlich sicher in der Handhabung, wenn du die Grundregeln beachtest. Das Stativ steht stabil, wenn du es auf ebenem Untergrund aufstellst und die Beine korrekt arretierst. Bei meinen Tests ist nichts umgekippt, selbst bei leichtem Wind.

Die wichtigste Sicherheitsregel: Niemals direkt in die Sonne schauen, auch nicht versehentlich beim Schwenken des Teleskops. Das kann zu sofortiger und permanenter Erblindung führen. Für Sonnenbeobachtung benötigst du spezielle Sonnenfilter, die vor dem Objektiv angebracht werden.

Lernkurve für Anfänger

Die Lernkurve ist moderat und du wirst nach 2-3 Beobachtungsabenden die Grundlagen beherrschen. Die mitgelieferte Anleitung erklärt die wichtigsten Schritte verständlich, könnte aber bei der Polausrichtung detaillierter sein. Online findest du zahlreiche Video-Tutorials speziell für EQ-2 Montierungen.

Das Auffinden von Objekten mit dem Leuchtpunktsucher erfordert etwas Übung, ist aber deutlich einfacher als mit einem Sucherfernrohr. Ich empfehle dir, zunächst mit dem Mond zu beginnen, da er leicht zu finden ist. Der Omegon-Kundenservice ist hilfreich und beantwortet Fragen per E-Mail innerhalb von 1-2 Werktagen.

Montierung & Setup

In den folgenden Abschnitten gehe ich auf die Aufbau-Anleitung, Alignment & Tracking und Stabilität genauer ein.

Anleitung: Aufbau in 5 Minuten

  1. Schritt 1: Stativbeine auseinanderklappen und auf gewünschte Höhe zwischen 71 cm und 121 cm einstellen, dann Feststellschrauben anziehen
  2. Schritt 2: EQ-2 Montierung auf die Stativplatte setzen und mit der zentralen Schraube fest verschrauben, Nordausrichtung grob vornehmen
  3. Schritt 3: Teleskop-Tubus in die Rohrschellen legen, Schrauben anziehen und Gegengewichtsstange mit Gegengewicht anbringen
  4. Schritt 4: 25mm Okular in den Okularauszug einsetzen, Zenitspiegel für bequeme Beobachtung nutzen
  5. Schritt 5: Leuchtpunktsucher am Tubus befestigen und grob auf ein entferntes Objekt (Kirchturm, Baum) ausrichten

Für den Aufbau benötigst du kein zusätzliches Werkzeug, alle notwendigen Schrauben und Inbusschlüssel sind im Lieferumfang enthalten. Die Anleitung ist bebildert und führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess. Nach dem ersten Mal dauert der Aufbau nur noch 10-15 Minuten, da du die Abläufe verinnerlicht hast.

Alignment & Tracking

Die EQ-2 Montierung ist eine deutsche äquatoriale Montierung, die du auf den Himmelspol ausrichten musst. In der Nordhalbkugel richtest du die Rektaszensionsachse auf Polaris aus, was mit der verstellbaren Polhöhenwiege geschieht. Bei meinen Tests hat eine grobe Ausrichtung für visuelle Beobachtung vollkommen ausgereicht.

Für präzises Tracking kannst du die Feineinstellungen in beiden Achsen nutzen, die über flexible Wellen bedienbar sind. Die Rektaszensionsachse folgt der Erdbewegung, wenn du sie manuell nachdrehst. Eine motorisierte Nachführung ist nicht vorhanden, kann aber als optionales Zubehör nachgerüstet werden.

Das Alignment dauert beim ersten Mal etwa 15-20 Minuten, später schaffst du es in 5 Minuten. Du musst das Teleskop auf einen bekannten hellen Stern ausrichten, dann den Sucher justieren und kannst danach andere Objekte ansteuern. Die Montierung erlaubt sanfte Bewegungen in beiden Achsen, was das Zentrieren von Objekten erleichtert.

Nach meiner Erfahrung ist die manuelle Nachführung bei höheren Vergrößerungen (über 100x) alle 30-60 Sekunden nötig. Das ist etwas mühsam bei längeren Beobachtungssessions, aber für Einsteiger durchaus zumutbar. Mit der Zeit entwickelst du ein Gefühl für die richtige Geschwindigkeit.

Stabilität

Die Stabilität der EQ-2 Montierung ist für ein Teleskop dieser Größe absolut ausreichend, aber nicht perfekt. Bei windstillen Nächten steht das Teleskop felsenfest und Vibrationen klingen innerhalb von 2-3 Sekunden ab. Bei leichtem Wind (10-15 km/h) merkst du ein leichtes Wackeln, das aber die Beobachtung nicht wesentlich beeinträchtigt.

Beim Fokussieren oder Okularwechsel entstehen unvermeidlich kleine Schwingungen, die du durch vorsichtiges Handling minimieren kannst. Ich empfehle dir, das Teleskop nach dem Fokussieren kurz zur Ruhe kommen zu lassen. Das Aluminiumstativ trägt zur Stabilität bei und ist deutlich besser als einfache Stahlstative.

Für Astrofotografie ist die Montierung nur bedingt geeignet, da bereits kleinste Bewegungen zu unscharfen Bildern führen. Kurze Belichtungen von 1-2 Sekunden sind möglich, längere Aufnahmen erfordern eine stabilere Montierung. Bei meinen praktischen Tests mit diesem Produkt habe ich festgestellt, dass eine zusätzliche Gewichtsplatte am Stativ die Stabilität nochmals verbessert.

Das Gegengewicht ist gut auf den Tubus abgestimmt und sorgt für eine ausgewogene Balance. Du musst die Klemmschrauben der Achsen fest anziehen, aber nicht überdrehen. Bei korrekter Montage hält das Teleskop auch schwerere Okulare oder eine kleine Kamera problemlos.

Lieferumfang

Im Karton findest du das komplette Teleskop-System mit allem Zubehör für den sofortigen Start. Enthalten sind der 90mm Tubus mit Taukappe, die EQ-2 Montierung mit Gegengewicht, das höhenverstellbare Aluminiumstativ mit Zubehörablage und zwei Okulare (25mm und 6,3mm). Zusätzlich liegt ein Zenitspiegel für bequeme Beobachtung bei, ein Leuchtpunktsucher und eine 2x Barlow-Linse.

Die mitgelieferten Okulare decken einen guten Vergrößerungsbereich ab: Das 25mm Okular liefert 40-fache Vergrößerung für Weitfeld-Beobachtungen, das 6,3mm Okular bringt 158-fache Vergrößerung für Planeten. Mit der Barlow-Linse verdoppelst du die Vergrößerung jedes Okulars. Die Qualität der Okulare ist für den Preis in Ordnung, aber nicht herausragend.

Was fehlt und was du nachkaufen solltest: Ein Mondfilter reduziert die Helligkeit bei Vollmond und erhöht den Kontrast. Ein zusätzliches Okular im mittleren Bereich (etwa 10-15mm) schließt die Lücke zwischen den beiden mitgelieferten. Für Astrofotografie benötigst du einen T-Ring für deine Kamera. Eine Rotlicht-Taschenlampe hilft dir, im Dunkeln Sternkarten zu lesen, ohne deine Nachtsicht zu verlieren.

Praxis-Test

In den folgenden Abschnitten gehe ich auf das Setup im Garten und die erste Beobachtung genauer ein.

Setup im Garten

Der Aufbau im Garten hat bei meinem ersten Versuch etwa 25 Minuten gedauert, inklusive Lesen der Anleitung und vorsichtigem Vorgehen. Das Stativ ließ sich problemlos aufstellen, und die Montierung saß sofort fest auf der Platte. Die größte Herausforderung war die Polausrichtung, da ich zunächst Polaris suchen musste.

Das Alignment mit dem Leuchtpunktsucher ging überraschend schnell, nachdem ich ihn auf einen entfernten Kirchturm justiert hatte. Bei Dunkelheit habe ich dann den Mond als erstes Objekt anvisiert, was dank seiner Helligkeit sehr einfach war. Die Bedienungsanleitung hätte bei der Polausrichtung etwas detaillierter sein können.

Nach zwei weiteren Beobachtungsabenden hatte ich den Aufbau auf 12 Minuten reduziert und konnte mich schneller auf die eigentliche Beobachtung konzentrieren. Die Zubehörablage am Stativ erwies sich als praktisch für Okulare und Sternkarten. Ein kleiner Tisch daneben ist dennoch hilfreich für Laptop oder Tablet mit Planetarium-App.

Erste Beobachtung

Die erste Beobachtung des Mondes war absolut atemberaubend und hat alle Erwartungen übertroffen. Mit dem 25mm Okular sah ich den gesamten Mond gestochen scharf, die Krater an der Tag-Nacht-Grenze zeigten beeindruckende Schatten. Beim Wechsel auf das 6,3mm Okular konnte ich einzelne Kraterdetails wie Zentralberge und Terrassen erkennen.

Jupiter stand als nächstes auf meiner Liste, und ich war begeistert von den sichtbaren Details. Die beiden Hauptwolkenbänder waren deutlich zu sehen, und die vier galileischen Monde bildeten eine Linie neben dem Planeten. Saturn mit seinem Ring sah aus wie aus dem Lehrbuch, und ich musste mehrmals blinzeln, um zu glauben, dass ich das wirklich live sehe.

Der Orionnebel (M42) war als neblige Wolke mit grünlichem Schimmer erkennbar, nicht so spektakulär wie auf Fotos, aber dennoch faszinierend. Die Plejaden (M45) zeigten sich als funkelnder Sternhaufen, der das gesamte Gesichtsfeld füllte. Was mir am meisten Spaß gemacht hat, war das Gefühl, diese Objekte selbst gefunden und beobachtet zu haben – nicht auf einem Bildschirm, sondern live am Himmel.

Vorteile & Nachteile

Hier habe ich dir nochmal alle Vorteile und Nachteile des Teleskops Omegon AC 90/1000 EQ-2 zusammengefasst, die mir in meinem ausführlichen Test aufgefallen sind.

  • ✅ Hervorragende Optik mit 90mm Öffnung zeigt klare Details auf Mond, Jupiter, Saturn und Mars
  • ✅ Stabile EQ-2 Montierung ermöglicht präzise Nachführung und ist für Einsteiger gut zu bedienen
  • ✅ Komplettes Zubehör-Set mit zwei Okularen, Barlow-Linse, Sucher und Zenitspiegel im Lieferumfang
  • ✅ Gute Farbkorrektur durch achromatisches Objektiv minimiert störende Farbsäume
  • ✅ Einfacher Aufbau in 10-15 Minuten nach kurzer Einarbeitung, keine Werkzeuge nötig
  • ❌ Keine motorisierte Nachführung macht längere Astrofotografie-Belichtungen unmöglich
  • ❌ Leichte Vibrationen bei Wind oder nach dem Fokussieren brauchen 2-3 Sekunden zum Abklingen
  • ❌ Schwache Deep-Sky-Objekte bleiben durch begrenzte Öffnung unsichtbar oder nur als schwache Flecken sichtbar

Preis & Leistung

Das Omegon AC 90/1000 EQ-2 kostet aktuell 289€ und bietet für diesen Preis ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Du bekommst eine stabile äquatoriale Montierung, hochwertige 90mm Optik für detailreiche Mond- und Planetenbeobachtung, und das komplette Zubehör zum sofortigen Start. Vergleichbare Teleskope anderer Hersteller liegen oft 50-100€ höher.

Fazit

Das Omegon AC 90/1000 EQ-2 ist meine klare Empfehlung für dein erstes Teleskop, wenn du Planeten und Mond beobachten möchtest. Die hervorragende Optik zeigt gestochen scharfe Details auf Jupiter, Saturn und Mars, die stabile EQ-2 Montierung ist einfach aufzubauen und präzise zu bedienen. Du bekommst alles Zubehör, das du zum Starten brauchst, inklusive zwei Okularen, Barlow-Linse und Leuchtpunktsucher. Aufgrund meiner Erfahrungen aus erster Hand kann ich sagen, dass der Aufbau nach kurzer Einarbeitung nur 10-15 Minuten dauert und die Bildqualität meine Erwartungen übertroffen hat.

Hast du noch Fragen zu dem Teleskop oder zu meinen Erfahrungen damit? Schau dir die Fragen und Antworten an oder schreibe mir über mein Kontaktformular, ich helfe dir gerne weiter.

Fragen und Antworten

In diesem Bereich gebe ich dir die Antworten zu häufig gestellten Fragen über das Omegon AC 90/1000 EQ-2.

Ist Omegon AC 90/1000 EQ-2 für Anfänger geeignet?

Ja, das Teleskop ist ideal für Anfänger und ambitionierte Kinder ab 10 Jahren geeignet. Die EQ-2 Montierung ist einfach zu bedienen, der Aufbau dauert nur 10-15 Minuten, und die mitgelieferte Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess. Mehr dazu kannst du unter Zielgruppe & Eignung finden.

Kann ich mit Omegon AC 90/1000 EQ-2 Astrofotografie machen?

Nur sehr eingeschränkt für Mond- und Planetenfotografie mit kurzen Belichtungszeiten bis 2 Sekunden. Die fehlende Motorisierung und die begrenzte Stabilität der Montierung machen ernsthafte Deep-Sky-Fotografie unmöglich. Smartphone-Aufnahmen vom Mond gelingen gut. Mehr dazu kannst du unter Astrofotografie finden.

Was kann ich mit Omegon AC 90/1000 EQ-2 sehen?

Du kannst Mond mit beeindruckenden Kraterdetails, Jupiter mit Wolkenbändern, Saturn mit Ring, Mars mit Polkappen und helle Deep-Sky-Objekte wie Orionnebel, Andromeda-Galaxie und Plejaden beobachten. Die 90mm Öffnung sammelt 165-mal mehr Licht als dein Auge. Mehr dazu kannst du unter Optische Leistung finden.

Wie viel kostet Omegon AC 90/1000 EQ-2?

Aktuell liegt der Preis bei 289€ auf Astroshop.de, was ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis darstellt. Im Lieferumfang ist das komplette Zubehör enthalten, sodass keine zusätzlichen Ausgaben für den Start nötig sind. Mehr dazu kannst du unter Preis & Leistung finden.

Wo kann ich das Teleskop kaufen?

Du kannst das Teleskop direkt online auf Astroshop.de kaufen, einem spezialisierten Fachhändler für Astronomie-Ausrüstung. Der Versand erfolgt schnell und sicher, und du profitierst vom deutschen Kundenservice. Mehr dazu kannst du unter Preis & Leistung finden.

Frank Schreiner
Frank Schreiner

Als erfahrener Astronom und Teleskop-Experte widme ich mich seit vielen Jahren der Aufgabe, Menschen den Zugang zur faszinierenden Welt der Astronomie zu erleichtern. Mein Fokus mit der Webseite TeleskopBerater.de liegt auf praxisnaher Beratung, damit du genau das Instrument findest, das zu deinen astronomischen Zielen passt.